Blusen

Um die Jahrhundertwende lässt sich bei den Kleidern eine bescheidene Formstrukturphase nachweisen. Opulente Verzierungen sind für die Blusenmode um 1903 typisch. Rüschen und Volants haben spiralförmigen Charakter und stehen im Widerspruch zu der Silhouette. Diese Phase wird abgelöst durch eine Periode, in der die Formstruktur die Blusensilhouette wiederholt. Feine Faltenpartien und vertikale Knopfpartien an den Blusen machen dies besonders deutlich. Bis 1907/08 bleibt die Gestaltung der Blusen opulent. In den Jahren 1908-11 lässt sich eine bescheidene Formstrukturphase nachweisen. In den Jahren 1913-15 sind Wickeleffekte an den Blusen sehr wichtig. Der Akzent liegt also wieder auf der inneren Gestaltung und lenkt von der Silhouette ab. Von 1912 bis 1916 ist eine opulente Formstrukturphase nachweisbar. In dem Zeitraum 1916-26 ist die Formstruktur derart gestaltet, dass die Silhouette unterstützt wird. Borten und Bänder sind horizontal und vertikal arrangiert, plissierte Stoffpartien verlaufen vertikal.

In der Zeit von 1917-19 sind die Blusen bescheiden gestaltet. Um die 1920er Jahre setzt erneut eine opulente Formstrukturphase ein. Von 1924 bis 1926 steht die bescheidene Gestaltung der Blusen im Blickpunkt des Interesses. In den Jahren 1927-29 verzieren Rüschen und Volants die Blusen, des Weiteren sind Draperien wieder hochaktuell. Die Formstruktur steht im Widerspruch zur Silhouette. In den folgenden Jahren unterstützt die innere Gestaltung, die Anordnung der Knöpfe, die Kragenlösungen, die Formkontur der Blusen. Bescheidenheit in der Formstruktur ist modisch wichtig in dem Zeitraum von 1931-33. Ab 1934/35 lässt sich eine opulente Formstruktur nachweisen. Um 1935 stehen Silhouette und Formstruktur in der Blusenmode erneut im Widerspruch. In den folgenden 10 Jahren sind aufgesetzte Taschen, eckige Kragen modisch hochaktuell, sie untermauern die Silhouetten-Phase. Um 1940 sind die Blusen in ihrer Gestaltung schlicht. In der Zeitspanne von 1944-47 ist die opulente Gestaltung en vogue.