Damenmode

Um die Jahrhundertwende ist die Gestaltung der Damenröcke schlicht. In dem Zeitraum von 1903-07 weisen die Röcke opulente Verzierungen auf; Rüschen, Volants und Schleifen sind oberhalb der Saumlinie appliziert. Zudem ist eine Vielzahl von Schnittlinien typisch für die Rockmode. Die Formstruktur lenkt von der Ausdruckskraft der Silhouette ab. In den Jahren von 1905 bis 1911 harmoniert die innere Gestaltung mit der Silhouette. Die zusätzlichen Zier- oder Steppnähte untermauern die Linie des Rockes. Die bescheidene Gestaltung der Röcke dominiert in der Zeit von 1907-11. 1912 bis 1914/15 stehen Formstruktur und Silhouette der Röcke im Widerspruch zueinander. Mehrschichtige Stoffpartien, Draperien, Raffungen und Wickeleffekte setzen spiralförmige Akzente, die innere Gestaltung lenkt von der Silhouette ab. Von 1915 bis 1919 spiegelt die Formstruktur die Silhouette wider. Die Harmoniephase alterniert mit der Widerspruchsphase. In den Jahren von 1916-20 sind die Röcke in ihrer Gestaltung bescheiden. 1920/21 geht Dynamik von der inneren Gestaltung aus, separate Stoffzipfel hängen an den Röcken herunter. Um 1920 lässt sich eine opulente Formstrukturphase bei den Röcken aufzeigen, die sich 1924 in eine bescheidene Formstrukturphase verändert.

Um 1927/28 ist Opulenz in der Formstruktur angesagt, Falten- und Biesenpartien, Verzierungen mit Kontrastbändern belegen dies deutlich. In der Folgezeit untermauert die Formstruktur die Silhouette. Die Formstruktur bleibt bis 1932/33 opulent. In der Zeit um 1934/35 lässt sich erneut eine Widerspruchsphase nachweisen. Während dieser Zeitphase sind die Röcke schlicht gestaltet. In Anschluss an diese Phase ist eine Harmonieperiode mit einer Zeitdauer von annähernd 10 Jahren feststellbar. In dieser Zeitspanne lässt sich von 1937 bis 1942 eine opulente Formstrukturphase aufzeigen. In den folgenden Jahren sind die Röcke in ihrer Gestaltung schlicht. Diese Harmoniephase alterniert mit der Widerspruchsphase, die 1944-46 das Modebild beherrscht. In den folgenden Jahren harmonisiert die Formstruktur der Röcke mit der Silhouette Bis Ende der 1940er Jahre sind die Röcke opulent gestaltet. Um 1950 ist eine bescheidene Formstrukturphase charakteristisch für die Röcke. 1954/55 lassen sich in der Rockmode bei der inneren Gestaltung dynamische Akzente feststellen. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich erneut eine opulente Gestaltung an den Röcken nachweisen, die bis 1956 typisch bleibt. In den folgenden Jahren unterstützt die Formstruktur die modische Silhouette. Ende der 1950er Jahre ist Schlichtheit en vogue. Von 1961-64 sind augenfällige Dekorationen an den modischen Beinkleidern aktuell.

In den Jahren 1967-69 ist nicht die Ausdruckskraft der Silhouette von Wichtigkeit, sondern es sind die dynamischen Effekte der inneren Gestaltung. Für die 1970er Jahre ist Harmonie zwischen Formstruktur und Silhouette angesagt. Bis Mitte der 1970er Jahre lässt sich die opulente Formstrukturphase aufzeigen, dann ist die Gestaltung der Beinkleider bis 1979 bescheiden. Um 1979/80 werden bei den Beinkleidern, insbesondere bei den Hosen, spiralförmige Akzente gesetzt. Wickelhosen, Haremshosen und Reiterhosen machen die Spiraleffekte sichtbar. In den nächsten Jahren wiederholt die Formstruktur die Silhouette. Um 1980 sind die Beinkleider opulent gestaltet. Ab 1982 steht die bescheidene Gestaltung im Blickpunkt des Interesses. In der Zeit um 1988/89 lenkt die innere Gestaltung von der Silhouette ab. Ab 1991 setzt der Trend zu einer schlichten Formstruktur ein.