Handtaschen

Luxustaschen sind begehrt und teuer. Seit einigen Jahren werden immer mehr Produkte, vor allem die Logos weltbekannter Prestige-Marken wie Chanel, Cartier und Vuitton, gefälscht und auf Lederwaren, Taschen, T-Shirts platziert, die den Originalen ähneln, deren Qualität aber nicht im entferntesten erreichen. Der Markt damit floriert; allein der entstandene Schaden wird weltweit auf jährlich 170 Mrd. Dollar geschätzt. Und es gibt Anzeichen dafür, dass dieses „racket“ vom Hersteller bis zum kleinen Straßenverkäufer so straff organisiert ist wie ein Drogenkartell, ja dass Drogenbosse auch im Geschäft mit Raubkopien mitmischen. Weltweites Aufsehen erregte Anfang des Jahres 1996 die Drohung der amerikanischen Regierung, Wirtschafts-Sanktionen gegen China zu verhängen, wenn die Produktion von Millionen raubkopierter Musik-CDs nicht endlich gestoppt wird. Man schloss Fabriken, aber Peking ist weit.

Seit Jahren liest man, der Zoll habe große Mengen gefälschter Ievi’s-Jeans konfisziert, in Ostasien seien Riesenmengen von Lacoste-Shirts mit gefälschten Krokodilen beschlagnahmt worden. 1988 fingen Fotos einer Dampfwalze um die Welt, firmiert mit Cartier, die Hülsende gefälschter Uhren zermalmte. Aber es ist wie bei den Roggen: Die kleinen Dealer kann man schnappen, die großen Bosse selten.
Die Produzenten von Markentaschen sitzen vor allem in Südostasien, Nordafrika, der Türkei und nicht zu knapp in Italien. Verkauft wird alles „cash“ auf Straßen und Märkten. Laut „Journal du Textile“ hat der französische Zoll festgestellt, dass Italien Europas größte Fälschernation ist, mit einer Produktion von ungefähr 12 Mrd. DM, die 7% der Weltproduktion entsprechen; davon werden 6 Mrd. EUR durch Textilien, Ledertaschen und Schuhe erwirtschaftet. Die Fälscher-Zentren liegen in und um Neapel, in der Toskana für Taschen, im Veneto und am Corner See für Raubdrucke auf Stoffen.

Der Schaden für die Produzenten der Originalhandtaschen ist enorm. Es geht dabei nicht um den Umsatz, denn Käufer von Kopien könnten die hohen Summen für die Originale nicht ausgeben. Viel schwerer wiegt der Schaden, der durch die Banalisierung des Namens und durch die schlechte Qualität der Kopien entsteht. Dadurch gingen in Europa schon Arbeitsplätze verloren. Aber wie schützt man sich vor der Flut der Fälschungen?