Mode für Snowboarder

Die Genese der Jugendkultur der Snowboarder ist eng verbunden mit der Entwicklung des Snowboards. 1929 baut erstmals der Amerikaner Jack Burchett aus Sperrholzplatten und Pferdezügeln ein Vorläufermodell des heutigen Snowboards. Dieses „Gleitgerät“ soll ein Surfen im Schnee ermöglichen, gerät aber schnell wieder in Vergessenheit.
Der Grundstein des Snowboardsports wird genau genommen erst ca. fünfunddreissig Jahre später gelegt: Anhänger des Wellenreitens, die in den Wintermonaten nicht auf ihre Lieblingsbeschäftigung verzichten wollen, entwickeln Mitte der 1960er Jahre das Snowboarding aus dieser verwandten Gleitsportart.

Sherman Poppen, ein begeisterter amerikanischer Wellenreiter, funktioniert 1965 einen vorn aufgebogenen Wasserski zu einem „Schneegleiter“ um und befestigt daran eine Halteleine. Poppen nennt seine Erfindung „Snurfer“, eine Verbindung der Wörter „Snow“ und „Surfer“. In Kooperation mit dem Bowling-Kugel-Hersteller Brunswick, der das Know-how bezüglich einer serienmäßigen Produktion solch eines 1,2 Meter langen Plastikbretts liefert, gelingt es Poppen in den Jahren 1966/1967, sein „Ur-Snowboard“ über den Spielzeugmarkt zu vertreiben. Der endgültige Durchbruch des „Snurfers“ bleibt trotz hoher Absatzzahlen jedoch aus, da eine fehlende Bindung und schlecht ausgearbeitete Kanten ein müheloses Fahren im Schnee erschweren. Ebenso schnell wie der Snurfer erschienen ist, verschwindet er deshalb auch wieder.

Mitte der 1970er Jahre bewirken dann innovative Anstöße und Ideen eine Weiterentwicklung dieses „Sportgeräts“: So fertigt beispielsweise der Wellenreiter Dimitrije Milovich in den USA ein Kunststoffboard namens „Winterstick“ , das in seiner Konstruktion einem Surfboard ähnelt5. Im Vergleich zum Snurfer stellt der Winterstick wegen seiner verbesserten Bauweise zwar eine Revolution dar, kann sich aber aufgrund seines hohen Preises nicht durchsetzen.
Aber erst der Skateboarder Tom Sims sowie der Skifahrer und Surfer Jake Burton Carpenfer verhelfen dem Snowboarding zum Durchbruch. Diese „Väter des heutigen Snowboards“ optimieren durch Hinzunahme verstellbarer Gummiriemen als Fussschlaufen und durch Anbringen einer rutschfesten Standfläche diese Gleitgeräte für den Schnee. Vor allem Jake Burton Carpenter trägt in der Folgezeit immer wieder zu einer Verbesserung des Wintersportgeräts bei und legt schließlich 1977 mit der Gründung einer eigenen Firma in Vermont den Grundstein für das heutige Snowboarding. Diese Firma, die unter dem Namen „Burton Snowboards „Popularität erlangt, setzt mit der Serienproduktion verschiedener Snowboards die revolutionäre Entwicklung des Wintersports in Gang (www.styletrend.net/annchristineonlineshop).

Mit dem Anfang der 1980er Jahre in Europa einsetzenden Skateboardboom tritt auch die neue Gleitsportart Snowboarding ihren Siegeszug an. Zunächst sind die Wintersportler in den europäischen Skigebieten vom Snowboardsport nicht sonderlich erfreut, die „jungen Wilden“ haben oftmals sogar gegen Lift- und Pistenverbote anzukämpfen. Aber trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten steigt die Zahl der Snowboarder unaufhaltsam an. Snowboarding erfreut sich vor allem bei Jugendlichen großer Beliebtheit, da diese neue Art des Gleitens einerseits ei-ne Art Schwebegefühl beim Fahren erzeugt, andererseits – und das ist wesentlich entscheidender – als Distinktionsmittel dient. Denn durch die Ausübung dieser neuartigen Funsportart (engl., fun – Spass) können sich Snowboarder sowohl gegenüber der Elterngeneration als auch gegenüber Skifahrern abgrenzen . Dies führt dazu, dass sich Mitte der 1980er Jahre eine eigene Jugendkultur um den Snowboardsport herausbildet.